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Beitrag, den eine gewisse Annette am 26. April 2003 ins Textgalerie-Forum einbrachte. Das „ihr“ im ersten Satz richtet sich an die Herausgeber der Textgalerie, von welchselbigen sie offenbar gehofft hatte, sie würden die Textgalerie dicht machen. Der Beitrag ist insofern interessant, als er die Sichtweise einer keineswegs schweigenden, sondern sich mitunter recht lautstark bemerkbar machenden Mehrheit wiederzugeben scheint:
Das liest sich hier alles so, als überlegtet ihr, ob ihr überhaupt weitermachen sollt. Besser wäre wohl: nein. Die Textgalerie sieht nicht nur aus wie von 1995 - sie ist auch so. Das ist kein Konzept, das ist wohl Unfähigkeit. Was gibt es hier denn schon? Man kann die Texte nicht bewerten, man kann keine Kommentare dazu schreiben, man kann nichts gezielt suchen (z.B. Gedichte zum Muttertag oder Weihnachtsgeschichten), es gibt keine Sprachausgabe (das wäre doch wohl der Vorzug gegenüber dem Heft oder Buch) usw. Offenbar habt ihr keine Lust in die Bildung einer Community zu investieren, das hier zu einem attraktiven Ort der Begegnung zu machen - also am wirklichen literarischen Leben teilzunehmen. Man hat als Schriftsteller überhaupt nichts davon, euch seine Texte zu geben. Man hat als Leser nichts davon, hierher zu kommen. Es gibt nichts zu lachen, nichts zu raten, nichts zu gewinnen. Sogar die Links führen zu erlesen langweiligen Homepages. An manchem Ort liest man, hier sei es besonders toll. So richtig gut, so richtig literarisch. Ich weiß nicht, wie Leute darauf kommen. Hier ist bloß tote Hose. Ein Haufen Web-Müll. Klar, im Web ist Platz für alles. Aber das hier muß nicht sein. Löscht das Ding und hört auf. Endlich.
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Am 27. April 2003 wurde hierauf von Raymond Zoller folgende Antwort eingebracht:
Irgendwie versteh ich das nicht so ganz. Wieso kann man keine Kommentare zu den Texten schreiben? Man kann. Wenn’s einem ernst ist, was zu sagen, findet man immer einen Weg. Solschenizyn zum Beispiel schrieb seine ersten Sachen im Lager; heimlich schrieb er sie, weil das verboten war; und was er geschrieben hatte, lernte er auswendig, und die Zettel vernichtete er. Wir sind da schon besser dran; wir können unsere Notizen, sei es als Zettel, sei es auf der Festplatte, offen rumliegen lassen; und wenn wir einen in der Textgalerie veröffentlichten Text kommentieren wollen, so gibt es niemanden, der uns daran hindern würde; und unseren Kommentar können wir – so wir wollen – problemlos in dem zu solchem Zwecke eingerichteten Forum unterbringen. Auch ist mir nicht ganz klar, was eine Community sein soll. Wenn ich den Kontext richtig deute, müßte das eine Art von Gemeinschaft sein, die durch irgendwelche von irgendjemandem eingerichtete Effekte und Attraktionen zusammengehalten wird und weniger durch die aktive Kommunikation der Beteiligten. Ja nu; warum soll es solche Gemeinschaften nicht geben; vor allem, da es sie ja gibt; und zwar massenweise gibt es sie. – Schiller, zum Beispiel, schrieb seine Texte und auch seine Briefe beim Schein einer Kerze – so er sie nach Einbruch der Dunkelheit schrieb; tagsüber brauchte er natürlich keine Kerze – und mußte dabei auf jegliches elektronische Schnickschnack verzichten. Und seine Briefe verschickte er nicht per E-Mail; und nicht einmal Luftpost gab es damals. Doch wenn man so Briefwechsel liest aus jenen Zeiten, kommt einem das Staunen: Die Leute hatten sich ja noch wat zu sagen und, was das erstaunlichste ist, hörten einander zu, gingen aufeinander ein! Das war, wenn vielleicht auch nicht Community, so aber doch gemeinschaftliches Sichbemühen; einfach: Gemeinschaft. Da war wat los; oder, in heutigem Deutsch ausgedrückt: da war Action! Ganz ohne Gewinnspiele, Chats und bunte elektronische Effekte. Doch damit will ich natürlich nichts gegen Gewinnspiele, Chats und bunte elektronische Effekte gesagt haben; es gibt das in Hülle und Fülle und hat somit wohl seine Berechtigung. – Bei der Textgalerie gibt es das nicht, weil es, scheint's, nicht in das – durchaus vorhandene – Konzept paßt.
So isses
Raymond
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Die in dem einleitenden Beitrag durchschimmernde extreme Konsumentenmentalität wurde am 27. April durch W. Sailer gut auf den Punkt gebracht:
Tja, es ist schon sonderbar, was die Menschen so erwarten. Mir liest sich das wie die Beschwerde eines Kindes an den Sonnenaufgang, dass der nicht auch Kuchen verkauft. [...]
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