Klamurke

 

Gespräche & Unterhaltungen

- Von den Alternativspießern -

Facebook-Unterhaltung

zwischen

und 

und

Raymond Zoller

Ernst Tirckl-Wolff

[Foto by T.W. Klein]

Kathrin Elfman

Geld, Leid und Leberwurst

Raymond Zoller Wer auf Kommando versucht, 'authentisch', 'ursprünglich', 'selbstbestimmt' zu sein - der ist nicht minder fremdbestimmt als jemand, der bewußtlos im Mainstream mitschwimmt.

(Wilhelm von Dorten)

 

Ernst Tirckl-Wolff Eben.

 

Kathrin Elfman etwas »auf Kommando« zu tun, ist immer scheiße;-)

 

Raymond Zoller Ist übrigens nicht als Wortspiel gedacht; die Wurzeln solcher weitverbreiteter „alternativer“ Fremdbestimmung ließen sich bei Bedarf von den verschiedensten Seiten her in ihrer ganzen Plastizität vorstellen & darstellen.

Der Aufbruch zur eigentlichen „Ursprünglichkeit“ beginnt meist mit einem Aufmerken: daß irgendwas nicht stimmt. Doch der Weg von solchem in diffuses Unbehagen getauchten Aufmerken bis zum merklichen Einsetzen der Fähigkeit, die eigenen Motive und Treibfedern gegenüber dem allgemeinen Mief abzugrenzen, ist hart, führt durch dichte Nebelbänke und nimmt kein Ende, da die „Fremdbestimmungsangriffe“, je mehr man sich befreit, immer sublimer werden.

Solchen Weg geht man – so man ihn geht – aus einem inneren Bedürfnis, aus einer inneren Not heraus, und er führt, ganz natürlich und „organisch“, zu allmählich wachsender Redlichkeit, Ursprünglichkeit, Selbstbestimmung, oder wie immer man es nennen mag.

Mit frommen Postulaten ist da nichts gewonnen; selbige führen höchstens zu einem sich „fortschrittlich“ gebärdenden alternativen Spießertum mit seiner unreflektierten „Toleranz“, „Authentizität“ und sonstigen durch gedankenloses Sichverheddern in äußeren Formen zu Untugenden verkehrten Tugenden.

Nur mal so in allgemeinen Umrissen in den bedrängten Verhältnissen eines Facebook-Statments dahinskizziert; könnte ansonsten viel deutlicher herausgearbeitet werden.

So isses.

 

 

Kathrin Elfman ‎........sie werden immer sublimer, richtig. Das eigene Radar wird gleichzeitig immer feiner. Irgendwann hört man das Gras wachsen und erkennt zehn Meter gegen den Wind, wo äußere (oder innere) Fremdbestimmung stattfindet. Und kriegt einen gewaltigen Schreck;-) interessanterweise finden sich gerade in den Kreisen, die mit frommen »Licht und Liebe«-Sprüchen um sich werfen, besonders hartnäckige Manipulatoren, die ihrerseits komplett fremdgesteuert sind und es nicht einmal wissen....

 

Raymond Zoller Das ist leider so.... Viele verstehen halt nicht, daß ein Unterschied besteht zwischen Wort und Begriff, zwischen Wort und „Sache“, und gehen ganz selbstverständlich davon aus, daß sie durch häufigen Gebrauch von Wörtern wie 'Liebe', 'Toleranz', 'Geist' würdige Vertreter sind von Liebe, Toleranz und Geist.

So entsteht ein Alternativspießertum, dessen „Authentizität“ darin besteht, daß krampfhaft äußere Formen geschaffen werden, die sich von den Formen des „Mainstream“ zu unterscheiden haben. Doch im Untergrund bleibt alles „Mainstream“; und nichts verändert sich, solange nicht viele Einzelne, statt sich von solcher ausgehöhlten Frömmelei ablenken zu lassen, sich auf den mühsamen Weg machen zu „Authentizität“ im eigentlichen Sinne.

Sehr unbefriedigend, das so gerafft zu sagen; man müßte viel ausführlicher werden.

Doch es sei.

Und so isses

 

Ernst Tirckl-Wolff: Genau so isses

 

 

 

 

 

Raymond Zoller

 

 

 

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