Klamurke

 

Gespräche & Unterhaltungen

- Von besoffenen Geistern, Tieren und Menschen -

Facebook-Unterhaltung

zwischen

und 

 

und

und

Raymond Zoller

Ernst Tirckl-Wolff

 

George W. Lästerbacke

 

Khatuna Sh Manos

Geld, Leid und Leberwurst

 Raymond Zoller

(zitiert)

Ach, ich bin ein leeres Haus,

Tür und Fenster offen.

Geister taumeln ein und aus,

alle sind besoffen.

(Hermann Hesse)

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Das ist also von Hermann Hesse, und nicht von Wilhelm von Dorten?

 

 

 Raymond Zoller

Es ist von Hesse; ich kann mich genau erinnern, es bei ihm gelesen zu haben. Hesse find ich sonst zu schwülstig und pathetisch; aber obiges hat mir gefallen sich mir aus ebenselbigem Grunde eingeprägt.

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Obwohl du ja selbst nicht trinkst....

 

 

 Raymond Zoller

Die Geister müssen sich ja nicht an mir orientieren. Sollen sie ruhig besoffen sein. Besoffene Geister find ich amüsant.

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Als Kind hast du ja manchmal auch Hühner besoffen gemacht.

 

 

 Raymond Zoller

Ja. Auch besoffene Hühner find ich amüsant.

 

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Verstehe

 

 

 George W. Lästerbacke ‎

Raymond, wir alle wissen, Alkohol ist keine Lösung. Aber ich sag Dir eins, kein alkohol ist auch keine Lösung. Ja besoffene Hühner haben schon etwas unterhaltsames.

 

 Raymond Zoller

Was mich betrifft, so will ich ja gar keine Lösung; ich will nur klaren Kopf. Und noch besser als besoffene Hühner find ich besoffene Elefanten.

 

 George W. Lästerbacke ‎

Das verklären des hirns durch alkohol hat bei den meisten menschen ja leider eher negative Wirkungen. Doch kann ich aus eigener Erfahrung berichten, das gemütlich beisammensein, mit Menschen deren Bildungsgrad als akademisch zu bezeichnen ist und die auch im nüchternen Zustand denktechnisch recht kreativ sind, ist gelegentlich unter Einfluss von hochwertigen Alkohol sogar Produktiv. Da gewisse Vorbehalte im denken im klaren Zustand, im "vollklaren" Zustand nicht mehr stören. Nur ist es sinnvoll diese Ideen, die im Suff gewachsen sind dann im klaren Zustand zu prüfen. Aber es gab schon gute Ergebnisse, das kann ich versichern. Grundsätzlich also nicht zu verurteilen, der "vollklare" Zustand, nur sollte der Zustand der Klarheit, deutlich der Regelfall sein. da stimme ich zu.

 ‎...und zum Thema besoffene Tiere hat der grosse Heinz Sielmann uns ja zum Glück etwas hinterlassen....

 

 Raymond Zoller

Danke für das Link; die Aufnahmen sind mir bekannt; wußte bloß grad nicht, wo sie finden.

Ansonsten - ich verurteile nicht, mein halt bloß. Im Allgemeinen scheint mir übrigens aufgrund gemachter Erfahrung, daß sowohl akademische wie auch alkoholische Grade der Klarheit eher abträglich sind. Wobei ich natürlich nicht behaupten will, daß Akademiker nicht auch denken können; sogar besoffene Akademiker können mitunter noch denken; ich meine nur die häufig anzutreffenden Fälle, wo akademische Verbildung das Denken ersetzt.

 

 George W. Lästerbacke ‎

Ja ich spielte ja auch nur auf die eher geistesbefreiende Wirkung von berauschenden Drogen an, eine gewisse Bewustseinserweiterung. das eigentliche akademische denken und die akademische Bildungsüberhäufung schränkt das freie Denken meiner Ansicht nach oft ein. das freie Denken aber bevorzugen wir beide, schätze ich.

 

 Raymond Zoller

Eben.

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Genau

 

 Khatuna Sh Manos

Lese eben den "Kurgast" vom Hermann Hesse, finde ihn genial :)))

 

 George W. Lästerbacke ‎

H.Hesse find ich eher zu kopflastig für freies Denken, ein überbewertetet Dichter. Alt = Gut ist nicht immer treffend. Dann ist Simmel in 100 Jahren auch toll und Weise. Autsch jetzt bekomm ich bestimmt Haue!

 

 Khatuna Sh Manos

o.k vielleicht der "Kurgast" vom ihn war nicht das beste Beispiel, passt eher eben zu Raymonds Stimmung oder zur seiner eventuelle Lösung (freundschaftlich gemeint :)), aber wenn man sein "Steppenwolf" liest ist er keineswegs ein überbewerteter Schriftsteller.

 

 Raymond Zoller

Der "Steppenwolf" hat mir seinerzeit klein wenig geholfen, meine eigene Sichtweise ernstzunehmen. Klein wenig; später fand ich das alles zu gekünstelt, eine Mischung aus echtem Leiden, vermischt mit einer Überdosis Kokettieren mit dem Leiden. - Knapp skizziert meine Sichtweise zu Hesse siehe http://klamurke.com/Notizen/laufend_01.htm#Ananas

 

 George W. Lästerbacke ‎

Gut "Steppenwolf" kenn ich nicht. Aber sicher hat jeder Schreiberling, ich bin da ja nur Hobbytippser, seine starken und schwachen Werke. Aber hatte von Hesse eher den Eindruck von Belletristik mit Tiefgang, seine Zitate hingegen sind oft von inspirierender Natur. Liegt vielleicht daran, das ich es oft kurz und knackig mag, in Schriften. Ich mag beim lesen auch eher die schwarzen, facettenreichen Abgründe der menschlichen Seele. Deshalb halte ich auch Thomas Harris für einen genialen Schreiberling.

Deine Einschätzung sollte treffend sein zu Hesse. Denke deshalb mag ich seine Schreiberei nicht und hab auch nicht viel von Im gelesen, neige halt dazu selten zweite Chanchen einzuräumen. Das Los des Radikalen halt, der ich wohl bin.

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Könnte sein. Wär möglich

 

 

 

 

 

 

Raymond Zoller

 

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