Klamurke

 

Gespräche & Unterhaltungen

- Von devoten Staatsbürgern und Staatsbürgerinnen -

Facebook-Unterhaltung

zwischen

und und

Ernst Tirckl-Wolff

 

Raymond Zoller

 

George W. Lästerbacke

Geld, Leid und Leberwurst

Damit eine weiter unten auftretende Meinungsverschiedenheit zwischen Ernst Tirckl-Wolff und Raymond Zoller verständlich wird, sei einleitend auf eine gewisse Eigentümlichkeit der Beziehung zwischen beiden aufmerksam gemacht. Nämlich handelt es sich bei Ernst Tirckl-Wolff um eine noch nicht zur vollen Selbständigkeit erwachte Schöpfung von Raymond Zoller, welchletzterer infolgedessen für ersteren zu einer Art Vorgesetzten oder Chef wird und seine daraus sich ergebenden Befugnisse gelegentlich in gedankenloser Weise mißbraucht.

Geld, Leid und Leberwurst

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Warum sollen die Politiker unbedingt klug sein? Besser als Klugheit ist eine empfindsame mitleidvolle Seele, die fremdes Leid erlebt wie das eigene. Ich will, daß die Herrschenden Mitleid mit mir haben!

 

 Raymond Zoller

Du sprichst sehr weise, und sicher ist was dran an deinen Worten. Ich werde darüber nachdenken.

Im Sinne einer Schadensbegrenzung ist deine Sichtweise zweifellos schon mal bedenkenswert: da es nämlich in unserer Zeit kaum noch möglich ist, daß solche Stellen von Leuten besetzt werden, die irgendwas kapieren, sollen sie wenigstens ein Gefühl entwickeln für die Konsequenzen ihres Nichtkapierens.

Mit deinem Statement hast du, wie mir scheint, einen bislang noch nicht eingeschlagenen Gedankengang eingeschlagen. Eine wahre Pioniertat!

 

 George W. Lästerbacke ‎

Mitleid und absoluter Wille zur Macht, die einen Politiker auszeichnen sollten schliessen einander aus. Allerdings Sie könnten es wenigstens Heucheln und aus der Sicht der Volksbefriedung sozial erscheinen und handeln. Politiker sind keine netten Menschen. Das können Sie sich in einem Käfig voller Aasgeier nicht leisten.

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Mögen sie auch von nicht zu bändigendem Willen zur Macht besessen sein - Hauptsache, sie haben Mitleid mit uns armen Unterdrückten!

 

 George W. Lästerbacke ‎

red i suaheli Ernst ? Ich glaub du hast eine sehr devote Ader, der Raymond sollte dich mal umdesignen.

 

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Ich bin richtig designt und nicht im geringsten devot. Was kann ich dafür, wenn mein Chef zu faul ist, für jede Rolle die richtigen Helfer anzuheuern und immer mich alles machen läßt? Für eine solch devote Rolle bräuchte er glatt eine Helferin. Doch nee - alles muß ich machen!

 

 Raymond Zoller

Das mag so sein.... Gut; will mich nach einer Helferin umschauen für solche Sachen

 

 

 George W. Lästerbacke ‎

Applaus dem einsichtigen Designer, nicht jede kunstbeflissenes wesen ist in alle Schattierungen flexibel. Eine Dame im eigenen Kreise, bereichert bestimmt auf Ihre Weise.

 

 Raymond Zoller

Es erfüllte meine Seele mit Schmerzen, den wackeren Ernst in dieser partout nicht zu ihm passenden Rolle zu sehen; und nie wieder werde ich ihm solches antun. Ich will sehen, für solche Aufgaben eine Helferin mit masochistischen Neigungen anzuheuern.

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Für diesmal sei dir verziehen. Und das mit der Masochistin find ich eine gute Idee.

 

 

 Raymond Zoller

Ich hab mir die Sache überlegt. Vorliegender Einsatz scheint mir auch für eine reine Masochistin zu hart. Ob eine Betschwester mit latenten masochistischen Neigungen Abhilfe schaffen könnte?

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Du sagst es! Eine Betschwester mit latenten masochistischen Neigungen wäre hier in ihrem Element! Her mit ihr!

Aber zusätzlich noch eine knackige reine Masochistin wäre nicht schlecht. Für alle Fälle.

 

 Raymond Zoller

Gut. Ich will sehen, was sich machen läßt.

Besser aufteilen: eine knackige bekennende Masochistin fürs Vergnügen, und eine verklemmte latent masochistische Betschwester für politische Bekenntnisse

 

 Ernst Tirckl-Wolff ‎

Da muß ich dir Recht geben. So langsam wirst du vernünftig.

 

 

 

 

 

Raymond Zoller

Zur russischen Übersetzung

 

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