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Der Hauptinhalt dieser Forumbeiträge wurde einer Art Aufsatz einverarbeitet, den man nun hier finden kann. Nachfolgend nur eine kurze Nachlese:
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Hans-Peter am 11. November 2002
Ja ja, die FAZ. Aktuelles Zitat:
"Daß die Nachkommen von Goethe und Schiller jedoch nicht in der Lage sind, Textinhalte zu verstehen und wiederzugeben, und nur selten freiwillig ein Buch aufschlagen - das ist allerdings wie ein Schock durch die Lande gegangen, der die Verantwortlichen zum Handeln zwingen müsste."
('Die deutsche Bildungsmisere')
Zumindest nicht wie ein Dieb in der Nacht...
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R. Zoller am 15. Februar 2004; schon nicht mehr in das – längst beerdigte – Textgalerie-Forum, sondern für die „Klamurke“:
In oben angeführtem FAZ-Zitat erscheint, in Gestalt der durch den durch die Lande gegangenen Schock zum Handeln gezwungen werden sollenden Verantwortlichen, ein gewisser Angelpunkt der gesamten Problematik.
Eben. Wo sind sie denn nu, jene Verantwortlichen; wo isser, der starke Mann, der durch sein Handeln die Bildungsmisere beenden soll?
Daß zahllose Nachkommen von Goethe und Schiller nicht in der Lage sind, Textinhalte zu verstehen (und häufig nicht einmal komplexer gestaltete Sätze überschauen können) ist schon seit vielen Jahren so; nur daß es in letzter Zeit offenbar ganz wüste Ausmaße angenommen hat. Und sogar kann man zunehmend beobachten, wie mit inhaltgesättigten Texten konfrontierte Zeitgenossen – wohl in diffusem Empfinden ihrer Ohnmacht – in Aggressivität verfallen und es am liebsten sähen, wenn solche Sachen verboten würden.
Doch wo sind die „Verantwortlichen“, wo der „starke Mann“, die solchem galoppierenden Verfall Einhalt gebieten könnten?
Persönlich glaube ich nicht, daß es sie gibt; und sogar betrachte ich eben jene Tendenz, die Heilung des kulturellen Verfalls irgendwelchen „Verantwortlichen“ zuzuschieben, als ein Symptom jenes Verfalls.
„Verantwortlich“ ist in diesem Zusammenhang eigentlich jeder Einzelne; und „verantwortlich“ im Sinne von „schuldig“ in dem Maße, als er sich willenlos von dem allgemeinen Brei mittreiben läßt.
Andererseits wird es immer schwieriger, sich nicht mittreiben zu lassen; was soll man in dieser allgemeinen Orientierungslosigkeit auch anderes tun... Man resigniert und läßt sich treiben; und je mehr resignieren und sich treiben lassen, umso schlimmer wird es.
Natürlich könnte man „Verantwortliche“ im Sinne von „Schuldigen“ bei Herausgebern und Mitarbeitern der Massenpresse sehen; bei Verlegern, die um des Gewinns willen analphabetische Ergüsse irgendwelcher “Prominenter“ veröffentlichen, und so weiter... Doch die wirken natürlich einerseits als Verstärker der allgemeinen Verwirrung und des Verfalls; andererseits sind sie selbst, gleich uns allen, darin eingebunden, haben, gleich uns allen, mehr oder weniger die Orientierung verloren, wissen nicht, was sie tun und sind somit nicht schuldfähig. Die wollen Geld verdienen und tun das immerhin sehr konsequent und teilweise auch effektiv. Lassen wir sie denn in Ruhe; es ist ja niemand von uns gezwungen, ihre Ergüsse zu kaufen. – Eine „von oben“, durch irgendwelche „Verantwortliche“ weitergeführte oder auch zurückgenommene Rechtschreibereform könnte da überhaupt nichts ändern; das wären höchstens kaum wirksame kosmetische Eingriffe an der alleräußersten Oberfläche. Die eigentlichen Gründe der Verwirrung, des Verfalls scheinen tiefliegender und komplexer.
Der Verfall des Bezugs zur Sprache geht ganz natürlich einher mit dem allgemeinen Verfall, ihn rückwirkend verstärkend: denn ohne lebendigen Bezug zur Sprache sind wir aufgeschmissen. Und kein „starker Mann“, der uns da helfen könnte...
Doch was können wir, die Einzelnen, denn nu tun?
Schwer zu sagen.
Ganz spontan fällt mir nur ein:
„Rette sich, wer kann!“
Prost
Raymond
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