Als Disziplinierungsmaßnahme sowie für diejenigen, denen det interessant sein könnte:
Möglichst regelmäßig aktualisierte „Chronik der laufenden Ereignisse“ zu den Arbeiten in Zusammenhang mit der Verfilmung der russischen Version des „Drachen“

Vorgeschichte
Flüchtiges Durchsuchen meiner Notizen nach Anhaltspunkten zur Geschichte des „Drachen“ ergab, daß selbige Geschichte verhältnismäßig weit zurückreicht: nämlich gab es erste mehr oder weniger ausgereifte Skizzen bereits im Jahre 2000; und erinnern kann ich mich, daß ich keine sehr hohe Meinung davon hatte und nur zögernd, in großen Abständen, daran herumarbeitete.
Dann ein Eintrag vom 9. Dezember 2003: „Hab, nach langem Zögern, doch mal wieder wat an Erozuna geschickt: das schon seit langem sinnlos herumliegende „Von Drachen, Stripperinnen und Schornsteinfegern“.
Bei Erozuna war dieser Drache dann in seiner ursprünglichen, für mein Empfinden: noch etwas holprigen Version über einige Jahre hin veröffentlicht; bis er auf meine Bitte, gleich meinen anderen dort veröffentlichten Texten, wieder entfernt wurde [will ausdrücklich damit nichts gegen Erozuna sagen; hatte und habe nur den Eindruck, daß meine Texte da nicht reinpassen]
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In lockerer Zusammenarbeit mit Erozuna kam es gen Ende 2004 auf meine Initiative und zunächst unter meiner Federführung zur einsetzenden Gründung eines internationalen Internet-Nachtclubs namens „Die Violette Auster“. - „Violette Auster“ ist nämlich für mich eine Art Standardname für in meinen Erzählungen gelegentlich auftauchende Nachtclubs der verschiedensten Arten und Richtungen.
Ausgangspunkt für diese Nachtclubgründung war das ganz banale Bestreben, eine Basis zu schaffen, auf welcher ein Freund von mir durch Übersetzen deutschsprachiger erotischer Literatur ins Russische sein Auskommen finden könnte; im Weiteren differenzierte und erweiterte das sich dann; und zu dem Moment, da ich mich aus der Sache zurückzog, sah die Motivation wie folgt aus: Eine internationale Plattform schaffen für anspruchsvolle erotische Texte und erotische Fotografie, auf welcher begabte Autoren und Fotografen die Möglichkeit erhalten, sich mit Hilfe der breiteres Interesse genießenden Erotik zu profilieren und im Weiteren auch mit Themen abseits der Erotik hervorzutreten.
Leider geriet dieses fromme Beginnen dann außer Kontrolle; und da ich keine Chance mehr sah, das beabsichtigte künstlerische und literarische Niveau einzuhalten, zog ich mich von meiner eigenen Schöpfung zurück und ließ sie die Wege wandeln, welche die übrigen Beteiligten für richtig fanden. So weit mir bekannt, sind diese Wege, nach außen hin, sogar verhältnismäßig erfolgreich; aber eben: nix für mich.
In dieser „Violetten Auster“ ist, wenn ich mich nicht täusche, auch der „Drache“ in seiner ursprünglichen deutschen Version noch zu finden.
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Dieser Anlauf mit der „Violetten Auster“ war der Grund, warum ich für den „Drachen“, wie auch einige weitere deutsche Texte mit leichterer oder stärkerer erotischer Komponente, entsprechende russische Varianten schrieb (das meiste kann man nicht unbedingt als „Übersetzungen“ bezeichnen: schrieb einfach das gleiche nochmal in Russisch)
Den russischen „Drachen“ veröffentlichte ich auf meiner russischsprachigen Netzpräsenz; und dort entdeckte ihn eine georgische Bekannte, die davon so angetan war, daß sie sich, nach der Heldin, in ihrem Skype eine zeitlang „Aiolla“ nannte.
Letzteres gab mir zu denken; und ich schaute mir den Text nochmal genauer an. Und erst jetzt fiel mir auf, daß da noch viel mehr drin steckt, als mir während des Schreibens – und immerhin hab ich ihn gleich zweimal geschrieben! – selbst bewußt war. An sich nix Besonderes; ist ja fast die Regel, daß beim wirklich schöpferischen Prozeß zunächst viel mehr unbewußt bleibt, als bewußt ausgestaltet wird. Aufgrund des besseren Verständnisses meines eigenen Textes arbeitete ich nun die russische Version noch einmal gründlich um; und dann immer wieder und immer wieder; die letzte gründliche Überarbeitung wurde im Sommer 2008 durchgeführt, als die Arbeit am Drehbuch bereits begonnen hatte. Die deutsche Version hinkte etwas hinterher; wurde nur gelegentlich, wenn sie zu sehr zurückblieb, der russischen angepaßt. Auch beim derzeitigen Stand der Dinge steht die russische Version stilistisch, sprachlich wesentlich besser da als die deutsche. Was zunächst mal ausreicht, da die Arbeit an der Verfilmung ja auf Russisch und somit auf Grundlage des russischen Textes durchgeführt wird; aber auch um die deutsche Fassung werd ich mich irgendwann wieder kümmern.
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Die Anlage für das Drehbuch wurde im Sommer 2008 in Berlin geschaffen, wo zweie von den Hauptakteuren (Autor und Komponist), beide zu dem Zeitpunkt in den verschiedensten Angelegenheiten auf Reisen, sich zu einem Arbeitstreffen verabredet hatten. - Im Weiteren mischte sich dann Mischa Saakaschwili ein, der mit Hilfe des in Georgien organisierten Großen Chaos unsere Arbeit, deren Fäden in ebendiesem Lande zusammenliefen, vorübergehend zum Erliegen brachte. - Zu dieser Stagnationsphase der Drachenarbeit siehe hier.
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weiter denn zur
Chronik der laufenden Ereignisse
Mischa als
Achtklässler1.
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Raymond Zoller |
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Jemal Tavadse |
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Goga Tavadse2 |
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Irakli Paniaschwili |
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Igor Tavamaischwili2 |
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Elena Nanitaschwili |
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Elena, Jemal, Igor |
Ungeachtet des redlichen Bemühens von Mischa und seinen fleißigen Helfern, das Volks in seinem Einflußbereiche vor übertriebener Tätigkeitsausübung und Folgen von Arbeitswut zu bewahren, kam es, nach langer Stagnation, in Sachen Drachenverfilmung am 16. Juni in Tbilissi zu einem Arbeitstreffen. Dieses Treffen wurde von allen Beteiligten - ich selbst (Raymond) war leider nicht dabei - als eigentlicher Beginn der Arbeit empfunden.
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Knapper Bericht von Jemal über das Arbeitstreffen vom 16. Juni (Übersetzung aus dem Russischen).
Das Treffen war bei mir zu Hause; anwesend waren Goga, Irakli, Igor und ich. Als erstes wurde der „Drache“ vorgelesen. Das Vorlesen besorgte Igor; er hatte das selbst vorgeschlagen. Irakli kam sofort zur Sache. Als erstes bemerkte er, das sei in solchem Maße Literatur, daß es schwierig sein wird, es ins Filmische umzusetzen, ohne dabei den Stil und das Wesen zu verlieren.
Goga war nicht einverstanden.
Irakli sagte, daß das so oder so keine Illustration sein darf; daß der Drache kein Drache im üblichen Sinn sein kann; daß das eher ein Drachen-Archetyp ist; daß die Hauptsache darin besteht, dir rein erotische Ebene wiederzugeben, die er als das bestimmende Element in diesem Werk betrachtet.
Goga sagte, daß er auch nicht die Absicht hat, eine Illustration zu machen.
Im Weiteren wurden dann noch einige rein technische Fragen behandelt.
Irakli ist der Ansicht, daß es nicht möglich ist, diesen Film mit einer einzigen Kamera aufzunehmen; das reiche auf keinen Fall aus.
Und er selbst hat nur eine einzige Kamera.
Aber vielleicht erinnerst du dich; ich hab dir mal geschrieben, daß es da noch ein Studio gibt, wo Goga seine Bühnenaufführungen filmt; die haben mehr Kameras.
Wir müssen uns auf sie stützen.
Dann müssen auch noch Aufnahmen in freier Natur gemacht werden.
Vermutlich wäre es günstiger, eben diesen Film nicht auf Video aufzunehmen, sondern auf herkömmlichem Film.
Obwohl, wenn man keine anderen Möglichkeiten findet, kann auch gut aufgenommenes Video dem Wesen von der Ästhetik her gerecht werden.
So weit in ein paar Worten zu diesem Gespräch, das sich über den ganzen Abend dahinzog.
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14. Juli
Durch eine Kette glücklicher Zufälle stieß Elena Nanitaschwili zu unserem Team. Elena wird die Rolle von Aiolla übernehmen; wodurch ein kopfzerbrechenverursachendes Problem gelöst wäre. Bei dieser Rolle, die auf dem ersten Blick wie eine locker-leichtsinnige Angelegenheit aussehen mag, handelt es sich nämlich in Wirklichkeit um eine anspruchsvolle Charakterrolle, mit der der ganze Film steht oder fällt.
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26. September
Wegen Erkrankung von Dshemal und einer Reihe verschiedenartigster kleinerer und größerer Probleme geht die Arbeit nur ganz langsam voran. Aber sie geht voran.
Weitere Interessenten sind aufgetaucht, die nicht abgeneigt wären, unseren „Drachen“ zu verfilmen; doch wir geben ihn niemandem; allen Schwierigkeiten zum Trotz wir unser aufeinander eingearbeitetes Team die unter Mühen und Krisen begonnene Arbeit unter weiteren Mühen und Krisen zum Abschluß bringen.
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Fortsetzung folgt...
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Ja eben: Fortsetzung folgt; aber etwas anders als vorgesehen: Inzwischen hat sich unsere jahrelange, langsam aber sicher in Zusammenarbeit übergehende Freundschaft via "Drachenprojekt" zu der "Künstlervereinigung Klamurke" (weiß noch nicht genau, wie man das in Deutsch nennen soll) konsolidiert, mit über die Drachenverfilmung hinausgehenden umfassenderen Plänen. Fortsetzung der Chronik in absehbarer Zeit auf einer eigenen zweisprachigen Site der "Klamurkianer"; spärlich tröpfelnde deutschsprachige Berichte zunächst mal hier.

Fußnoten:
1) Herausgeschnitten aus einem Klassenfoto, welches ich für eine Bekannte, einstige Mitschülerin Mischas, irgendwann mal einscannte. Fotos, die selbigen in mehr oder weniger erwachsenem Alter zeigen, kann man auch sonstwo finden.
2) Beide Fotos habe ich mir von Goscha LaTorre ausgeliehen
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