Klamurke

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Der Wind jagt Nonnen

Der Wind jagt Nonnen

...nimm nicht Nonnen

in nimmermüde Mühlen...

(R. Steiner)

Um des Klosters dicke Mauern

Heult der Wind; und Regenschauern

Trommeln gegen Dach und Tor.

 

In dem Kloster sitzen Nonnen,

Die der schnöden Welt entronnen;

Die entfloh'n dem ird'schen Leben

Um im Himmel was zu werden:

Wo die letzten werden erste,

Wo die Schwachen sind die besten.

Einen guten Job im Himmel,

Sagen sie, den kann man finden,

Wenn man sich nur eifrig regt

Und Gnade viel zusammenträgt.

 

Doch der Sturm, der nun so feget,

Stört sie doch ganz arg beim beten.

Wenn er nun das Dach abdecket

Und sie preisgibt Wind und Wetter?

 

"Lieber Gott," so beten sie,

"Wild der Wind ums Kloster zieht;

Stört uns bei der Frömmigkeit:

Lieber Gott, das soll nicht sein!

 

Allen bist du Herr und Gott;

Auch dem Wind, der nun so tobt.

Wenn die Wesen, die dir dienen,

Sich so arg und schlimm benehmen

Wird das deinem Ruf sehr schaden,

und man wird dich dafür tadeln.

Lieber Gott, wir bitten dich:

Laß den Wind so pusten nicht!"

 

Also beten diese Nonnen

Zu dem Gott, der oben thronet.

Jedoch: Gott erhört sie nicht;

Oder: Wind gehorcht ihm nicht.

 

Wind, der pustet, Wind der jaulet,

Heulet um die Klostermauren;

Packt das Tor und drückt es ein,

Pustet in das Kloster rein.

Alle Nonnen, die dort weilen

Tut er auf die Straße treiben

Treibt sie raus, jippiheihe,

Durch die Straßen treibt er sie.

 

Und er treibt sie durch die Wälder,

Durch die Auen, durch die Felder,

Diese Nonnen, diese Frommen,

Die der schnöden Welt entronnen,

Um im Himmel zu bekommen

Was auf Erden sie entbehren;

Und nun laufen sie und eilen,

Weil der Wind so furchtbar treibet;

 

Und die Kuh im grünen Felde

Sieht der Nonnen wilde Herde

Von dem Wind dahingetrieben

Und sie schaut ihr staunend nach

wie sie trabt

wie sie trabt,

wie sie trabt...

 

© Raymond Zoller

Der Wind jagt Nonnen 

 

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