Klamurke

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Das Holz

Das Holz

„Wo willst du, daß ich das Holz hinbringe,“ fragte Erwin. „In der Speisekammer ist kein Platz.“

„Leg es in die rechte Seitenschublade des Schreibtischs, der an der linken Wand des Eßzimmers steht, oder aber in die linke Ablage des Schrankes an der rechten Wand des Arbeitszimmers,“ antwortete Hürgokh. „Oder sonstwohin.“

„Gut,“ sagte Erwin. „Ich leg es sonstwohin.“

Im Keller tanzten die Mäuse, als Erwin das Holz im hintersten Kellerraum mit dem hohen Gewölbe, in dem Hürgokhs Vater früher seine Gefangenen zu foltern pflegte, ablegte. Er hätte es auch sonstwo ablegen können; der Möglichkeiten gab es viele. So viele gab’s, daß man sie alle nicht hätte ausschöpfen können.

„Gefangene sind wir von Raum und von Zeit,“ dachte Erwin. „Tausende und Abertausende von Orten und Möglichkeiten gibt es und kann ich mir ausdenken; doch nie kann ich an mehr als einem Orte gleichzeitig sein; wieauch es mir nicht vergönnt ist, an keinem Orte zu sein. Und ein gleiches gilt für dieses unglückselge Holz. Das ist doch schrecklich! Oder?“

Und er nahm das Holz aus dem hintersten Kellerraum mit dem hohen Gewölbe, in dem Hürgokhs Vater früher seine Gefangenen zu foltern pflegte, und brachte es auf die gegenüberliegende Seite in den kleinen Verschlag, in dem Hürgokhs Großvater früher Hürgokhs Großmutter einzusperren pflegte, wenn er nicht wollte, daß sie ihn störe.

In jenem Verschlage legte Erwin das Holz ab; und wenn niemand es entfernt hat, so liegt es bis zum heutigen Tage.

 

© Raymond Zoller

Das Holz

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